Ein Hund aus dem Tierschutz zieht ein

 

Im neuen Heim

Wenn Sie zu Hause ankommen, erkunden Sie gemeinsam mit dem Hund in Ruhe die neue Umgebung (Wohnung, Garten).

 

Vermeiden Sie zu viel Aufregung, wenn er anfangs noch ängstlich gegenüber fremden  Personen ist. Lassen Sie dem Hund die Zeit, Vertrauen zu gewinnen.

 

Erzwingen Sie keinen Körperkontakt (z.B. Streicheln), wenn der Hund Meideverhalten bei Annäherung (Kopf wegdrehen, Gähnen, Blinzeln, sich über die Nase lecken, Ohren anlegen, Ducken, Rute einklemmen) zeigt.

Wenn es ihm angenehm ist, streicheln Sie die Brust oder die Seiten des Hundes.

 

In den ersten Tagen sollten Sie sich mit dem Hund noch nicht weit von zu Hause entfernen, er muss sich erst an seine neue Umgebung gewöhnen.

 

Lassen Sie den Hund in den ersten Wochen nicht lange allein in der Wohnung, auch das Alleinebleiben kann trainiert werden.

 

Da Hunde gern auf etwas herumkauen, lassen Sie bitte keine Gegenstände, die Ihnen wichtig sind, für den Hunde erreichbar, liegen. Auch der Mülleimer sollte außer Reichweite des Hundes stehen.

 

Hausleine

Anfangs bietet sich eine leichte Hausleine ( 1 bis 2 m Stoffband oder Wäscheleine ohne Schlaufe am Ende), welche am Halsband befestigt wird, an.

 

Damit können Sie den Hund z.B. auf seinen Ruheplatz bringen, ihn von der Tür bzw. von Besuchern fernhalten oder wenn nicht erwünscht, z.B. vom Sofa etc. herunterholen, ohne ihn dabei körperlich zu bedrängen.

 

Lassen Sie die Leine in der Wohnung, in Ihrer Anwesenheit, immer am Hund, bis er gelernt hat, auf Ihre Anweisungen zu hören.

 

Schlaf-/Ruheplatz

Richten Sie Ihrem neuen Hund einen Schlaf- bzw. Ruheplatz in einer hinteren ruhigen Ecke der Wohnung ein.

Ein Platz im Hausflur bzw. in der Nähe von Türen ist nicht geeignet, der Hund könnte durch ständig vorbeilaufende Familienmitglieder gestört werden und nicht zur Ruhe kommen.

 

Trainieren Sie mit ihm, dass er diesen Platz aufsucht, wenn Sie ihn dort hinschicken und er sich an diesem Ort auch aufhalten soll, wenn z.B. Besuch kommt. Dieser Platz soll für den Hund ein Rückzugsort werden, er soll sich dort wohlfühlen.

 

Vermitteln Sie auch Ihren Kindern, dass der Hund dort seine Ruhe braucht.

 

Fütterung

Gewöhnen Sie ihren Hund anfangs an feste Fütterungszeiten, entfernen Sie Futter wieder, welches nach 5 Minuten nicht gefressen wurde.

 

Lassen Sie keinesfalls Futter zur freien Verfügung stehen.

 

Leckerchen sollten Sie nur während des Trainings als Belohnung/Bestätigung von richtig ausgeführten Übungen  geben, die ersten Tage sind da natürlich Ausnahme.

 

Sollten Sie ihren Hund beim Stehlen von Lebensmitteln erwischen, schimpfen oder strafen Sie ihn nicht, er ist evtl. ein Hund aus dem Ausland, welcher auf der Straße lebte und dort war es bisher nötig, jedes gefundene Futter zu fressen, um zu überleben.

Es ist an Ihnen, dafür zu sorgen, dass nichts Fressbares für den Hund unbeaufsichtigt herumliegt (auch den Mülleimer unzugänglich halten)!

 

Versuchen  Sie nicht, dem Hund während des Fressens, das Futter wegzunehmen. Man hat dies früher praktiziert, um angeblich seinen Rang zu demonstrieren.

Damit erreichen Sie jedoch nur, dass Ihr Hund ihnen gegenüber misstrauisch wird und womöglich beginnt, sein Futter zu verteidigen ( Straßenhunde neigen dazu )oder Dinge schnell herunterzuwürgen, die er auf der Straße findet, damit Sie ihm diese nicht wegnehmen können.

Auch wenn wir Menschen mit unseren Hunden kein Rudel im eigentlichen Sinne bilden..., ein souveräner "Anführer" (Sie!) nimmt den Mitgliedern seiner Gruppe einmal gewährtes Futter nicht wieder weg! 

 

Tierarzt

Nachdem sich ihr Hund ein paar Tage eingelebt hat, suchen Sie einen Tierarzt Ihrer Wahl auf, damit sich Ihr Schützling damit vertraut machen kann. Eine Untersuchung kann nicht schaden.

 

Achten Sie bei Übernahme des Hundes auf Vollständigkeit des mitgegebenen Impfausweises. 

 

Sollte Ihr Hund schon in den ersten Tagen an z.B. Durchfall oder Husten leiden, suchen Sie bitte sofort den Tierarzt auf, denn es könnte sich um eine ernsthafte Erkrankung handeln, die bisher nicht bemerkt wurde.


Stubenreinheit

Wahrscheinlich wird sich Ihr Hund in der ersten Zeit noch im Haus oder Wohnung lösen (Kot- und Urinabsatz).

Es war bisher für den Hund nicht notwendig, auszuhalten oder dafür einen bestimmten Ort aufzusuchen.

 

Sollte er sich in der Wohnung lösen, strafen Sie den Hund auf keinen Fall dafür  (Schimpfen, mit der Schnauze reindrücken, oder gar schlagen etc.). Er wusste es bisher nicht besser und macht dies ganz sicher nicht, um Sie zu ärgern!!

 

Es liegt an Ihnen, wie schnell der Hund stubenrein wird!

Gehen Sie aller 2 – 3 Stunden, unmittelbar nach dem Aufstehen, dem Fressen und vor dem Schlafengehen nach draußen, auf einen Platz mit Gras oder Erde, wo er sich lösen kann. Beenden Sie danach nicht sofort den Spaziergang, sondern gehen noch ein paar Meter. Der Löseplatz sollte nicht zu aufregend sein, da er sonst das Absetzen von Urin oder Kot vor Aufregung vergessen könnte.

 

Beobachten Sie Ihren Hund! Sobald er unruhig wird, winselt oder in der Wohnung umher schnüffelt, gehen Sie mit ihm sofort nach draußen an den Löseplatz.

 

Sollte doch etwas in der Wohnung passieren, machen Sie die Pfütze etc. kommentarlos weg. Ihr Hund muß diesen Vorgang erst erlernen.

 

Reinigen Sie die Stelle mit entsprechenden Mitteln (Tierfachhandel).

 

Sollten Sie morgens aufwachen und Ihr Hund hat sich in der Nacht entleert, gehen Sie bitte nicht davon aus, der Hund weiß, was passiert ist und nun offensichtlich ein schlechtes Gewissen hat. Der Hund kann nur kurze, aufeinanderfolgende Ereignisse verknüpfen und kann morgens mit Ihrem Schimpfen über die nächtliche Pfütze eh nichts mehr anfangen. Schlimmstenfalls entsteht Angst vor Ihnen!

 

Beschränken Sie den Hund anfangs nachts ggf. durch ein Laufgitter oder eine antrainierte Hundebox.

Regelmäßiges Üben zahlt sich auch hier aus!

 

Beschäftigung/ Auslastung

Damit sich Ihr Hund bei Ihnen wohlfühlt, denken Sie bitte auch an eine artgerechte Beschäftigung.

 

Es ist für den Hund sehr schön, wenn er sich viel im Garten aufhalten kann oder Sie regelmäßig spazieren gehen, aber ohne geistige Auslastung wird es ihm auch im Garten schnell langweilig und er sucht sich eine Beschäftigung wie Buddeln, Büsche anknabbern, Passanten verbellen oder Autos und Fahrräder am Zaun jagen (in der Wohnung Gegenstände zerstören oder Bellen).

 

Sein Futter im Garten verstecken, Abenteuerspaziergänge  oder Apportierspiele sind da nur eine kleine Auswahl.


Spaziergang/ Leinenführigkeit

Legen Sie ihrem Hund ein breites bequemes Halsband und gegebenenfalls noch ein bequemes Geschirr (zur doppelten Sicherung bei stark ängstlichen Hunden) an.

Zum Anleinen hocken Sie sich bitte neben Ihren Hund und klinken die Leine unter dem Hals ein. Wenn Sie sich über den Hund beugen, könnte das für ihn bedrohlich wirken.

 

Verwenden Sie eine verstellbare ca. 2m Leine mit 2 Karabinern. (Bitte keine Flexi-/Rollleine!!) Bitte verwenden Sie keine Stachelhalsbänder oder Kettenwürger etc. Diese Dinge verstoßen gegen das Tierschutzgesetz!!

 

Es empfiehlt sich noch eine Schleppleine für das Training im Freien anzuschaffen (5m – 10m, je nach Größe des Hundes).

Leinen Sie den Hund in den ersten Monaten nicht ab!!

 

Bitte lassen Sie Ihren Hund anfangs, wenn überhaupt nötig, nicht allein vor einem Geschäft etc. angeleint zurück. Abgesehen davon, dass Hunde auch gestohlen werden, könnte Ihr Hund, durch die vielen neuen Reize und die fremde Umgebung, Angst bekommen, die Leine durchbeißen und sich oder andere Personen in Gefahr bringen.

 

Da ihr Hund das Gehen an der Leine erst lernen muß, erfordert es Geduld und einige  Übungen,  ihm dies stressfrei beizubringen. Leinenruck und „Fuß“-Gebrüll sind da wenig hilfreich. Ihr Hund weiß nicht, was Sie damit von ihm wollen!

 

Lassen Sie die Spaziergänge in den ersten Tagen noch kurz ausfallen. Ihr Hund muß sich erst mit der näheren Umgebung vertraut machen, ehe Sie ihn weiteren Reizen, z.B. spielenden Kinder, Autos, Straßenbahn, Umwelt etc. schrittweise !! aussetzen können, um keine Ängste zu entwickeln.

 

Zu all diesen Themen stehe ich Ihnen natürlich mit meiner mobilen Erziehungsberatung FAIR zum HUND in Merseburg und Umgebung gern zur Seite und zeige Ihnen, wie Sie mit Ihrem Hund ein Team werden und Freude am Üben haben können.

 

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